Wie man die geniale Hochzeitsrede hältLeseprobe
hochzeit

Dietmar Bittrich

Wie man die geniale Hochzeitsrede hält

Hoffmann & Campe Cadeau
9,00 €

dtv Taschenbuch
5,95 €

mit Titelillustration von Gerhard Glück
zur Zeit vergriffen

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Ein unverzichtbarer Helfer für die Hochzeit.
»Die Liebe höret nimmer auf«? Die Liebe an sich wohl nicht, die Liebe zwischen den Partnern vielleicht doch.
Witzig und kenntnisreich schildert Dietmar Bittrich, was die schönsten Trausprüche bedeuten und wer mit ihnen glücklich wurde – von Sisi und Kaiser Franz bis zu Elvis und Priscilla. Jeder Spruch wird gewürzt durch die frechen Einsichten, die sich nach einiger Zeit gelebter Ehe einstellen: »Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest des Lebens ärgern kann« (Agatha Christie).
Der überzeugte Junggeselle Wilhelm Busch liefert für jeden Spruch die passende Darstellung eines – na ja – glücklichen Paares. Ein humor- und liebevolles Buch, lebenszugewandt, gewitzt und gerade deshalb hochromantisch.
Ein Fundus für alle, die bei einer Hochzeitsfeier zum Reden verdammt sind und ein paar originellere Anregungen suchen.

Für beinahe jeden kommt irgendwann der Tag, an dem Freunde und Verwandte beteuern: Du musst eine Rede halten, bitte, du kannst das so gut! Ihr Lob ist durchschaubar. Sie selbst wollen verschont bleiben. Wer nun keine Kraft findet abzusagen, muss sich etwas einfallen lassen. Nicht viel. Eine Hochzeitsrede braucht nicht lang zu sein. Fünf Minuten reichen.
Aber auch fünf Minuten sind ein Auftritt. Und wer reden muss, dem liegt dieser Auftritt im Magen. Das Hochzeitsdinner schmeckt dem Redner nicht so richtig. Vermutlich hat er schon in der Nacht schlecht geschlafen. Genießen kann er das Fest jedenfalls erst, wenn er seine Ansprach mit Ach und Krach losgeworden ist.
Dieses Buch schafft Abhilfe. Es ermuntert dazu, Respekt und Ehrfurcht beiseite zu lassen und lieber frech und lustig zu sein. Das entspannt den Redner. Und es erfreut die Zuhörer.
Vom Zusammenhalt in guten und in schlechten Zeiten, von Glück und Segen und Bewährungsproben wird auf dem Standesamt oder in der Kirche schon genug gesäuselt. Alle hören betreten zu, wenn die Standesbeamtin moralisch wird oder der Pfarrer weise zu sein versucht.
Denn alle wissen es besser. Es gibt ein paar Mädchen, die den Brautstrauß zu fangen versuchen, um bald ins Glück zu segeln. Diejenigen hingegen, die schon eine Weile in der Ehe unterwegs sind, sehen die Sache nüchterner.
Dieses Buch bietet beiden ein willkommenes Lifting. Die träumenden Mädchen und die schwärmerischen Tanten bekommen charmante Bosheiten zu hören. Und für die Nüchternen gibt es herzwärmende Romantik.
Eine gute Hochzeitsrede enthält beides: ein Hoch auf die Liebe und ein paar freche Grüße aus der Wirklichkeit. Liebe ist das häufigste Wort in diesem Buch. Denn Liebe ist die Grundlage. Jeder Trauspruch handelt davon und von allem, was zur Liebe gehört: von Freundlichkeit, Treue, Vergebung, von Mut, Klarheit, Wahrhaftigkeit, von Stärke und Vertrauen, von Hingabe, Zuwendung, Leidenschaft. Von all dem, was zuweilen in einem einzigen Wort zusammengefasst wird: Herz.
Und dann kommt der Geist dazu. Das Paar, das da heiratet, hat ja nicht nur Herz. Es ist auch geistreich! Und die Gäste erst! Und wenn die nicht geistreich sind, Sie und ich, die wir eine Rede halten sollen, sind es auf jeden Fall. Oder werden es zumindest mit diesem Buch. Denn dieses Buch enthält zu aller Liebe und aller Romantik auch die frechsten Wahrheiten.
Zweihundert kleine bissige Bemerkungen zu Liebe und Ehe sind in diesem Buch versammelt. Zu jedem einzelnen der fünfzig feierlichen Trausprüche und ihrer liebevollen Auslegung habe ich nicht nur die passende Zeichnung des genialen Menschenkenners Wilhelm Busch gestellt. Ich habe zu jedem Trauspruch jeweils zwei kiebige Zitate von Frauen angefügt und zwei aufmüpfige von Männern. Macht insgesamt zweihundert freche Wahrheiten. Sie sind die ersehnte Erfrischung gegen den süßen Sirup, der schon genug aus Glückwünschen und Reden trieft.
Reicht das schon für eine geniale Hochzeitsrede? Ja, doch. Wenn man faul ist. Vermutlich sind Sie nicht so faul wie ich. Sie sind bereit, sich ein bisschen vorzubereiten. Oder? Falls nicht: Meine letzte Ansprache bei einer Trauung habe ich damit bestritten, dass ich einfach zwölf freche Sprüche ausgewählt und vorgetragen habe. Fertig. Applaus! Erleichterung.
Nur ein winziger Kniff gehörte dazu. Ich habe behauptet, diese Sprüche zu Liebe und Ehe stammten von einigen der anwesenden Gäste. Es sei deren Erfahrung. Natürlich hatte ich diese Leute nicht wirklich gefragt. Dazu war ich zu bequem. Sie hätten nur Einwände erhoben. Vielmehr habe ich diesen liebenswerten Gästen die frechen Sprüche einfach in den Mund gelegt. Und siehe da, am Ende fanden sie das großartig! Sie waren stolz!
Zum Beispiel habe ich die Mutter des Bräutigams zitiert. Zur Hochzeit habe sie mir gegenüber geäußert: „Wissen Sie, nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest des Lebens ärgern kann!“ Das ist ein Spruch aus diesem Buch. Und der Brautvater habe mir gegenüber geseufzt: „Im ersten Ehejahr strebt ein Mann die Vorherrschaft an, im zweiten kämpft er um die Gleichberechtigung, ab dem dritten ringt er um die nackte Existenz.“ Auch aus diesem Buch. Und zehn mehr von der Sorge. Das kam glänzend an. Na, bitte. Und das war schon meine Rede! Sie dauerte keine fünf Minuten. Aber alle wollten eine Kopie davon haben.
Das ist die Variante für die Arbeitsscheuen unter uns. Geeignet auch für diejenigen, die sich ihre Rede erst am Tag des Festes überlegen. Während der Vorspeise. Klingt knapp, funktioniert aber! Buch aufschlagen, ein Dutzend Sprüche auswählen, ein Dutzend Gäste dazu aussuchen, jedem Gast einen Spruch zuordnen, auf einem Zettel notieren, vorlesen, fertig!
Das nenne ich genial. Genial heißt nicht nur findig, originell, überraschend. Genial heißt auch: verblüffend einfach.
Jetzt aber die Variante für diejenigen unter uns, die es eine Spur schwieriger lieben. Und denen die Liebe ein paar Gedanken mehr wert ist. Für sie ist dieses Buch eine unerschöpfliche Schatztruhe.
Warum? Weil hier zu jedem Trauspruch nicht nur die einleuchtende Deutung gegeben wird. Sondern weil die berühmten Paare genannt werden, die mit diesem Spruch geheiratet haben. Agatha Christie und ihr Max, Elvis Presley und seine Priscilla, Hillary und Bill Clinton, Charles und Diana, Goethe, Mozart, Marilyn Monroe …
Mehr als hundert ruhmreiche Hochzeiter und ihr Ehe-Motto nennt dieses Buch. Und damit ist die Rede nun endgültig gesichert. Damit wird sie nicht nur geistreich, sondern dazu noch warmherzig und romantisch. Sie senkt sich in die Erinnerung.
Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste: Wir schlagen zuerst den Trauspruch nach und gehen von dort aus weiter. Die zweite: Wir schlagen zuerst die Promis nach und folgen ihren Fährten.
Zunächst die erste Variante. Im Allgemeinen suchen sich Paare einen Trauspruch aus. Er steht in diesem Buch. Mal eben nachschauen. Aha. Meisterkomponist Johann Sebastian Bach hat mit demselben Spruch geheiratet! Und Malergenie Caspar David Friedrich auch? Wunderbar! Die Braut ist musikalisch, so ähnlich wie Bach, wenngleich sie nur beim Zähneputzen summt. Und der Bräutigam zeichnet gern, so ähnlich wie Caspar David Friedrich, wenn er bislang auch nur Smileys zustande gebracht hat. Das passt! Und über die Ehe von Bach und C. D. Friedrich steht auch etwas drin. Und zwar etwas Nettes. Bitte sehr, so könnte die Ehe hier auch laufen.
Die kulturell wertvolle Rede ist fertig! Falls sie noch mit weiterem Stoff unterfüttert werden soll, googeln wir mal kurz, was noch erwähnenswert ist von Bach oder C. D. Friedrich und was davon auf unser Brautpaar passt. Alles passt, heißt die Faustregel, solange es freundlich oder lustig ist.
So funktioniert das mit jedem Trauspruch. Wir folgen den Berühmtheiten, die mit diesem Spruch geheiratet haben, und ziehen den Vergleich zu unserem Brautpaar. Und damit die Sache nicht zu sehr nach Friede, Freude, Eierkuchen klingt, geben wir noch die vier Bosheiten zum Besten, die als Gegengift zu dem Trauspruch aufgelistet sind. Denn ein Trauspruch ist wie ein guter Vorsatz. Es ist schwer, ihm gerecht zu werden. Da ist eine kleine Bosheit enorm entlastend. Wir können obendrein die Zeichnung zeigen, die Wilhelm Busch zu diesem Trauspruch eingefallen ist. Die ist ebenfalls sehr erleichternd.

Die zweite Möglichkeit: Wir schlagen hinten nach. Im Personenregister. Wir kümmern uns nicht um den Trauspruch unseres Paares. Falls das Paar lediglich standesamtlich heiratet, hat es womöglich gar keinen. Wir kümmern uns stattdessen um die geistreichen Vorbilder, die am Ende des Buches aufgelistet sind.
Die Braut findet Kate Middleton toll? Schön. Dann schauen wir doch mal, wie die geheiratet hat. Oder schwärmt die Braut für Sisi? Gern, auch dazu können wir mit Hilfe dieses Buches etwas ausplaudern. Der Bräutigam ist Fan von Bruce Willis? Bitte sehr. Oder steht auf Johnny Cash? Okay, diesem Buch fällt etwas dazu ein. Wir können zu jedem Namen im Register sagen, unter welchem Motto diese Leute in die Ehe gingen und wie die Ehe dann lief.
Voraussetzung ist natürlich, dass wir wissen, wen das Brautpaar verehrt. Und dass ein paar dieser Idole unter den mehr als hundert Namen hier zu finden sind. Aber das ist ziemlich sicher. Und wenn wir partout nicht in Erfahrung bringen können, wen Braut und Bräutigam toll finden, nehmen wir notfalls Goethe und Schiller … oder diejenigen Helden, die wir, die Redner, mögen!
Das ist schon eine Menge Stoff! Die Kombination aus Trausprüchen und ruhmreichen Paaren beschert uns ganz nebenbei eine Kulturgeschichte der Ehe. Deshalb macht es so viel Spaß, in diesem Buch zu schmökern. Man kann es nicht lesen, ohne klüger zu werden.
Am Ende müssen wir sogar aufpassen, dass unsere Rede nicht zu lang wird! Fünf Minuten reichen, sieben sind gut, zehn schon zu viel. Wer eine der Doppelseiten aus diesem Buch vorträgt, hat eine Hochzeitsrede von fünf Minuten. Das ist perfekt. Fünfzig perfekte Reden enthält dieses Buch also schon mal. Die Kombinationsmöglichkeiten sind nahezu unendlich.
Mit diesem Buch können wir also mühelos heiraten. Mühelos eine geniale Rede halten. Mühelos originelle Glückwünsche schreiben. Und obendrein Trost spenden. Denn mit den frechen Bosheiten können wir all diejenigen aufheitern, die diese Frau oder diesen Mann nicht abgekriegt haben.
Es kann also nur gut ausgehen. Auf ins Vergnügen!

Die Liebe hört niemals auf

Die Liebe hört niemals auf. – Paulus an die Korinther, 1. Brief, Kapitel 13, Vers 8
Jeder ahnt, dass dieser goldene Spruch letzten Endes wahr ist. Dass er auch für die Partnerschaft wahr ist, ist nicht damit gesagt. Von Leidenschaft ist schon gar nicht die Rede. Charles, der zerknitterte englische Thronfolger, und Lady Diana Spencer heirateten mit genau diesem Spruch. Hörte die Liebe zwischen den beiden niemals auf? Na ja. Vielleicht nicht. Wir sind unwissend. Die feinsten Regungen der Herzen bleiben Außenstehenden verborgen. Die Ehe zumindest endete; aber das Wort Ehe taucht ja im Vers auch nicht auf. Und immerhin hatten die beiden ein ergreifendes romantisches Vorbild: Romeo und Julia. Für diese rauschhaft Liebenden war von ihrem schützenden Beichtvater genau dieser Spruch vorgesehen. Zur Eheschließung kam es nicht mehr, zumindest nicht offiziell. Dass die Liebe der beiden dennoch Bestand hatte und bis heute hat, wird niemand bezweifeln. Partner, die unter diesem kühnen Motto heiraten, erwarten viel, wünschen sich womöglich noch mehr, und wissen zugleich instinktiv, dass ein Untergrundrauschen von Liebe immer da ist – selbst wenn die Teller fliegen und das Gespräch über Anwälte läuft. Liebe, das meint der Spruch, ist einfach nicht zu verhindern. Partner, die ihn wählen, sind deshalb keineswegs in Illusionen befangen, wie zahnlose Verwandte meinen, sondern sind zutiefst realistisch. Liebe, so viel wissen oder ahnen sie, ist die tiefste Wirklichkeit. Und natürlich sind sie entschlossen, auch im weniger tiefen Alltag gelegentlich etwas davon durchscheinen zu lassen. Mystiker behaupten, Paare mit diesem Spruch hätten eine goldene Aura. Na, schön. Wenn man ganz genau hinschaut … doch, ja … sieht gut aus!

Kennerinnen und Experten
Wenn Männer wüssten, was Frauen von der Ehe erwarten, würden sie nicht heiraten. – Edith Piaf
Am Horizont der Liebe erhebt sich die Sonne der Ehe. Am Horizont der Ehe sinkt die Sonne der Liebe. – Voltaire
Eine Frau kann mit jedem Mann glücklich werden, solange sie ihn nicht liebt. – Lisa Marklund
Heißa, jauchzet Sauerbrot, heißa, meine Frau ist tot! – Wilhelm Busch

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. – Paulus an die Korinther, 1. Brief, Kapitel 13, Vers 13
Der Spruch ist berühmt. Er wurde nicht nur von frommen Friedensnobelpreisträgern wie Bertha von Suttner und Martin Luther King für ihre Heirat gewählt. Auch unfromme Gestalten fanden ihn passend. Zum Beispiel Henry VIII., der dickschädelige englische König des sechzehnten Jahrhunderts. Seine zweite Ehe stellte er unter dieses Motto. Die erste hätte gar nicht geschieden werden dürfen. Den Wunsch Henrys lehnt der Papst schroff ab: Sein Anliegen sei mit dem Glauben nicht vereinbar, Henry solle sich keine Hoffnung machen. Der König ließ den Papst wissen: „Diese Art Hoffnung benötige ich nicht, und diese Art Glauben ebenfalls nicht.“ Er gründete seine eigene Kirche, ließ sich scheiden und heiratete aufs Neue – mit eben diesem Trauspruch, der Glauben und Hoffnung hintanstellt. Auf die Liebe kommt es an. Der ebenfalls nicht übertrieben demütige Malermeister Salvador Dalí ehelichte seine Frau Gala ebenfalls unter diesem Motto. Die Liebe bedeutete den beiden alles. Am Glauben hingegen zweifelten sie. Und Hoffnung, stellte Dalí fest, sei stets untrennbar mit Furcht verbunden. Das ist wahr. Liebe, das zeigen Erfahrungsberichte aus dramatischen Situationen, ist immer möglich. Selbst in düsterster Lage, in der Hoffnung nicht mehr besteht und jeglicher Glaube zerstoben ist, geschehen immer noch Handlungen aus Liebe. Es scheint tatsächlich so zu sein, wie der Brief des Paulus an seine Kumpel in Korinth mitteilt: Die Liebe ist die verlässlichste, die tragfähigste Substanz. Wenn alle Kerne gespalten und alle Quanten zerrieben sind, bleibt die Liebe. Nicht nur langjährige Partner, aber auch sie, merken zuweilen etwas davon.

Kennerinnen und Experten
Liebe ist eine vorübergehende Geisteskrankheit, die durch Heirat heilbar ist. – Ambrose Bierce
Bei der Heirat gibt ein Mann Privilegien auf, von denen er zum Glück nicht wusste, dass er sie hatte. – Sophia Loren
Liebe ist blind. Die Ehe macht sehend. – Bertrand Russell
Kaum zu glauben, dass Gott für uns nichts Besseres erfinden konnte als Männer. – Katharina von Aragon

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